Die Fähren

Entspannung pur! Jedenfalls, sobald man den hektischen Rufen der Einweiser entflohen und den Wagen zentimetergenau in Parkposition gebracht hat. Eine ganze Nacht und ein paar Stunden dauert die Überfahrt von Ancona aus, von Triest oder Venedig dieselt man sogar 24 Stunden über die Adria, ehe man in Igoumenitsa festen Boden unter den Füßen hat. Wer sich den Pindos von Süden her erschließen will, hängt weitere sechs Stunden dran und geht in Patras von Bord.

In jedem Fall eine lange Überfahrt – ideal, um zur Ruhe verdammt in den Urlaub zu gleiten.

 Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck ...

Nun einige Fakten zur Fährfahrt …

Die zwei Fährlinien heißen Anek Lines und Minoan Lines.

Beide Firmen bieten Kabinen unterschiedlicher Klassen, reservierte Pullman-Seats (ohne wirklichen Mehrwert) und die Deckspassage an.

Anek bietet Wohnmobilisten zudem ein »echtes« Camping-on-Board an. Hier parken die Wohnmobile auf dem Lkw-Deck und sind mittels Chipkarte für die zum Fahrzeug gebuchten Passagiere jederzeit zugänglich. Das Fahrzeug ist mit Strom versorgt, es ist möglich, im Auto zu schlafen. Toiletten (zum Teil fragwürdiger Qualität) sind auf dem Parkdeck vorhanden. Zusätzlich kann die Infrastruktur auf den anderen Decks genutzt werden.

Minoan bietet analog den »Camping-All-Inclusive«-Tarif. Dieser ist nur für Wohnmobil-Besatzungen buchbar, deren Fahrzeug im Fahrzeugschein als Wohnmobil ausgewiesen ist. Ist dies nicht der Fall, kann man es zumindest ja mal probieren … Man bezahlt den Wohnmobil-Tarif sowie die Passagiere, und erhält ohne weiteren Kosten Zugang zu einer 2-Personen-Innenkabine. Weiter gibt es Rabatte für im Restaurant konsumierte Speisen. Das Wohnmobil kann während der Überfahrt an den Strom angeschlossen werden. Ein Zugang zum Fahrzeug ist jedoch nicht möglich.

Generell gilt für alle Passagiere: Ein Zugang zu den Fahrzeugen ist während der Überfahrt mit Ausnahme des Aufenthalts im Hafen Ancona nicht möglich.

Dies ist besonders wichtig für »Deck Only«-Passagiere: Diese Unterkunftskategorie ist die einfachste, rauheste und sicher wahrhaftigste eines Fährenreisenden. Man packt seine sieben Sachen (darunter Matratze, Schlafsack, Windschutz, ein gutes Buch und – wer Sparfuchs ist – genug zu essen ein) und sucht sich sein Plätzchen für die Nacht im öffentlichen Bereich des Schiffes. Erste Wahl ist für viele das 1000-Sterne-Hotel auf dem offenen Deck. Jedenfalls solange es nicht regnet oder stark windet. Im Inneren des Schiffs sind die Lounge-Bereiche oder die Treppenhäuser beliebt. Die ebenfalls lauschigen Restaurants schließen während der Nacht.

Besser als jedes Buch: Das Mädchen mit der Gitarre.

Wahre Fährenprofis rücken mit Strandmuschel, freistehendem Zelt, Kastenluma und zwei Armvoll Decken und Kissen an. Viel kann man sich von türkischen Großfamilien abgucken, die das wilde Übernachten auf der Ferienreise gen Osten perfektioniert haben. Da wirft die Mutti schonmal die Elektropumpe an, um das XXL-Gästebett im Treppenhaus aufzupusten.

Kabinen sind im Regelfall ziemlich teuer, nicht immer gut klimatisiert und auch auch nicht immer blitzesauber. Bucht man ab Triest oder Venedig die Deckspassage, kann man ab Ancona bei freien Kapazitäten auf Schnäppchenpreise hoffen.

Noch mehr Boni gefällig? Für preisbewusste Mehrfachtäter haben beide Fährlinien Bonusprogramme aufgelegt. Analog zum Vielfliegerprogramm können erworbene Punkte auf künftige Fahrten angerechnet werden. Rabatte gibt’s auch bei der Verpflegung an Bord.

Weitere Infos zu den Griechenland-Fähren im Web:

Minoan Lines ==> www.minoan.gr

Anek Lines ==> www.anek.gr

Fähren im Vergleich:
www.greekferries.gr
www.directferries.de
www.aferry.com