Die Balkanroute

Die klassische Überlandroute nach Griechenland verlief entlang des jugoslawischen Autoput von Budapest/Zagreb über Belgrad, Nis, Skopje nach Thessaloniki. Seit der Öffnung Albaniens und der folgenden Erneuerung des küstennahen Straßennetzes, ist die Dalmatien-Route eine echte Alternative. Von Ljubljana bzw. Zagreb kommend folgt man der Autobahn bis Split und hangelt sich entlang der Küste über Dubrovnik, Kotor, Podgorica, Durres und Gjirokaster nach Ioannina. Die Fahrt entlang der montenegrinischen Küste benötigt viel Zeit. Reichlich Touristenverkehr samt entsprechender Blitzerfallen können die kurvenreiche Fahrt entlang der blitzeblauen Adria mühsam machen.

Viel los an der Küste Montenegros: Gemüsemarkt in Kotor. | Foto: Salome Fritz
Viel los an der Küste Montenegros: Gemüsemarkt in Kotor. | Foto: Salome Fritz

Deutlich flotter kommt man via Bosnien-Herzegowina und Niksic voran. Hierzu folgt man der kroatischen Autobahn bis zum Ende und setzt seine Fahrt in Bosnien-Herzegowina bis zum Ausbauende fort. Von dort über Capljina und Stolac nach Bileca weiter nach Osten. Der kleine, im Nirgendwo gelegene Grenzübergang Vracenovic ist rund um die Uhr geöffnet. Nach kurzer Fahrt durchs montenegrinische Hochland erreicht man die Fernstraße Trebinje – Niksic, die gut ausgebaut nach Podgorica weiterführt. Diese in vielen Karten nicht verzeichnete Route ist im Vergleich zur Route Ploce – Dubrovnik – Trebinje – Niksic verkehrsärmer und hat ein ausgeglicheneres Höhenprofil. Die Fahrt durchs herzegowinische Hochland ist landschaftlich sehr lohnend.

Natur entlang des Heimwegs: das Sumpfgebiet Hutovo Blato nahe Capljina/Herzegovina. | Foto: Salome Fritz
Natur entlang des Heimwegs: das Sumpfgebiet Hutovo Blato nahe Capljina/Herzegovina.

Ein ganz besonderer Tipp: Picknick oder Übernachtung an den Sinterwasserfällen Kravice gleich hinter der kroatisch-herzegowinischen Grenze. Die Kaskaden sind mit den Krka-Wasserfällen vergleichbar und liegen kaum einen Kilometer von der Autobahn entfernt. Sehenswert und außerhalb der Region praktisch unbekannt! Die offizielle Zufahrt befindet sich flusslinks. Wer es einsamer mag, kommt von der flussrechten Seite. Navigations-Skills erforderlich.

Ab Niksic Zunahme des Verkehrs, besonders auf dem Abschnitt Shkoder – Fier. Das Fernstraßennetz Albaniens wird seit 2012 in rasantem Tempo ausgebaut. Insgesamt nur noch wenige Ortsdurchfahrten, allerdings immer noch kaum kreuzungsfrei. Die Fahrt durch Albanien dauert mindestens sechs Stunden. Nachts kommt man aufgrund geringeren Verkehrs zügig voran.

Tipps für die Übernachtung: Lake Shkodra Resort, etwa 30 km nach der montenegrinischen Grenze und in der Regel ab April geöffnet. Etwas seelenloser Platz, mit allen Annehmlichkeiten, die sich der durchgeschwitzte Fernfahrer wünscht. Sanitäranlagen und Wlan Tip-Top, dazu gibt’s Seestrand und englischen Rasen. Bizarr, aber praktisch!

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Bestes Backpacker des Balkans: »Mi Casa Es Tu Casa« in Shkodra

Wer Flair und Stadtleben sucht, ist im Hostel »Mi Casa Es Tu Casa« im Herzen Shkodras gut aufgehoben: Herbergsmutter Alma leitet das Backpacker-Hostel gemeinsam mit Tochter Ani. Für mich die herzlichste Herberge auf dem Balkan. Lecker Frühstück und sehr hilfsbereit. Es sind sowohl Dorms wie Doppelzimmer verfügbar.

Und noch ein Tanktipp: Am besten in Österreich mit vollem Tank starten, in Capljina und evtl. Podgorica erneut volltanken. Generell sind die Spritpreise in Bosnien-Herzegowina am günstigsten, gefolgt von Montenegro. Innerhalb Albaniens ist die Region um Fier am günstigsten, da sich dort Fördergebiete und eine große Raffinerie befinden.